Sehnenchirurgie in Dresden

Sehnen ermöglichen die präzise Bewegung von Hand und Fingern. Verletzungen, Entzündungen, Engstellen oder Verklebungen können die Funktion deutlich einschränken – etwa beim Greifen, Strecken, Schreiben, Arbeiten oder Sport. Besonders an der Hand ist eine sorgfältige Diagnostik wichtig, weil Sehnen, Nerven, Gefäße und Gelenke auf engem Raum zusammenarbeiten.

In der Handchirurgie der Praxisklinik Villa Thormeyer in Dresden behandeln wir Erkrankungen und Verletzungen der Sehnen an Hand, Handgelenk und Fingern. Dazu gehören Beugesehnenverletzungen, Strecksehnenverletzungen, Sehnenverklebungen, schnellender Finger, Ringbandenge, chronische Sehnenschäden sowie komplexe Rekonstruktionen mit Sehnentransfer oder motorischer Ersatzplastik.

Häufige Gründe für eine sehnchirurgische Behandlung

Eine handchirurgische Behandlung kann bei akuten Verletzungen, chronischen Beschwerden oder Folgezuständen nach Unfällen sinnvoll sein.

Typische Gründe sind:

  • Schnittverletzungen mit möglicher Sehnendurchtrennung
  • Beugesehnenverletzungen
  • Strecksehnenverletzungen
  • Sehnenrisse
  • Sehnenverklebungen nach Verletzungen oder Operationen
  • schnellender Finger / Triggerfinger
  • Ringbandenge
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Bewegungseinschränkungen nach Ruhigstellung
  • chronische Sehnenschäden
  • Fehlstellungen nach Sehnenverletzungen
  • Funktionsverlust einzelner Finger

Gerade bei offenen Verletzungen der Hand sollte geprüft werden, ob neben der Haut auch Sehnen, Nerven oder Gefäße verletzt sind.

Beugesehnenverletzungen

Beugesehnen ermöglichen das Beugen der Finger und sind wichtig für den kraftvollen Griff. Sie verlaufen durch enge Sehnenscheiden und Ringbänder. Schon kleine Narben oder Verklebungen können die Gleitfähigkeit deutlich stören.

Typische Zeichen einer Beugesehnenverletzung sind:

  • ein Finger lässt sich nicht mehr aktiv beugen
  • Kraftverlust beim Greifen
  • Schmerzen nach Schnittverletzung
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Wunde an Finger oder Hohlhand
  • Gefühl einer Blockade oder Schwäche

Bei einer durchtrennten Beugesehne ist häufig eine operative Sehnennaht erforderlich. Anschließend ist eine strukturierte Nachbehandlung entscheidend.

Strecksehnenverletzungen

Strecksehnen liegen an Handrücken und Fingerrücken relativ oberflächlich. Sie können daher schon bei kleineren Schnittverletzungen betroffen sein. Auch geschlossene Verletzungen sind möglich, etwa am Fingerendgelenk oder Mittelgelenk.

Typische Beschwerden sind:

  • der Finger lässt sich nicht mehr vollständig strecken
  • hängendes Fingerendglied
  • Streckdefizit nach Verletzung
  • Schmerzen oder Schwellung am Fingerrücken
  • Instabilität oder Fehlstellung
  • Funktionsverlust beim Öffnen der Hand

Je nach Lokalisation und Ausmaß kann eine Strecksehnenverletzung konservativ mit Schiene oder operativ behandelt werden.

Schnellender Finger und Ringbandenge

Ein häufiger geplanter Eingriff der Sehnenchirurgie ist die Behandlung des schnellenden Fingers, auch Triggerfingergenannt. Dabei gleitet die Beugesehne nicht mehr frei durch das Ringband. Der Finger kann hängen bleiben, schmerzhaft schnappen oder morgens steif sein.

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder der Finger regelmäßig blockiert, kann eine kleine Operation sinnvoll sein. Dabei wird das einengende Ringband gespalten, damit die Sehne wieder freier gleiten kann.

Typische Symptome sind:

  • Schnappen oder Hängenbleiben des Fingers
  • Schmerzen in der Hohlhand
  • Druckschmerz über dem Ringband
  • morgendliche Steifigkeit
  • Blockade beim Beugen oder Strecken
  • tastbarer Knoten an der Sehne

Sehnenverklebungen und Tenolyse

Nach Verletzungen, Operationen oder längerer Ruhigstellung können Sehnen mit dem umliegenden Gewebe verkleben. Dann ist die Sehne zwar erhalten, kann aber nicht mehr ausreichend gleiten. Die Folge ist eine eingeschränkte aktive Beweglichkeit.

Typisch ist, dass ein Finger passiv besser beweglich ist als aktiv. Das bedeutet: Der Finger lässt sich von außen bewegen, die eigene aktive Bewegung bleibt aber eingeschränkt.

Je nach Befund kommen Handtherapie, Schienenbehandlung oder in ausgewählten Fällen eine operative Lösung der Verklebungen infrage. Dieser Eingriff wird als Tenolyse bezeichnet.

Motorische Ersatzplastik und Sehnentransfer

Wenn eine Sehne, ein Muskel oder ein Nerv seine Funktion dauerhaft verloren hat, kann eine motorische Ersatzplastiksinnvoll sein. Dabei wird eine noch funktionierende Sehne so umgeleitet, dass sie eine ausgefallene Bewegung ersetzt oder verbessert. Man spricht auch von einem Sehnentransfer.

Typische Einsatzgebiete sind:

  • dauerhafte Sehnenschäden
  • chronische Sehnenrupturen
  • Funktionsausfall nach Nervenverletzung
  • Strecksehnenausfall
  • Beugesehnenfunktionsverlust
  • komplexe Bewegungseinschränkungen nach Verletzungen
  • Folgezustände nach Voroperationen
  • Fehlstellungen und Instabilitäten der Finger

Entscheidend ist die genaue Analyse: Welche Bewegung fehlt? Welche Sehnen funktionieren noch? Ist das Gelenk beweglich genug? Und welcher Transfer ist funktionell sinnvoll?

Indicis-Transfer und FDS-IV-Transfer

Der Indicis-Transfer nutzt in der Regel die Strecksehne des Zeigefingers, um eine ausgefallene Funktion zu ersetzen. Häufig wird dieses Verfahren bei Ausfall der Daumenstreckung eingesetzt, zum Beispiel nach einer Ruptur der langen Daumenstrecksehne. Ziel ist es, die aktive Streckung des Daumens und damit Greif- und Pinzettengriff-Funktion zu verbessern.

Beim FDS-IV-Transfer wird die oberflächliche Beugesehne des Ringfingers funktionell genutzt, um eine andere Bewegung zu ersetzen oder zu stabilisieren.

Solche Transfers kommen bei ausgewählten komplexen Funktionsstörungen, Lähmungen, Instabilitäten oder bestimmten Fingerfehlstellungen infrage.

Beide Verfahren müssen individuell geplant werden, da Kraft, Bewegungsumfang, Spendersehne, Zielbewegung und Nachbehandlung genau aufeinander abgestimmt werden müssen.

Knopflochdeformität und Schwanenhalsdeformität

Komplexe Sehnenschäden können zu typischen Fingerfehlstellungen führen.

Die Knopflochdeformität beschreibt eine Fehlstellung mit Beugung im Fingermittelgelenk und Überstreckung im Fingerendgelenk. Ursache ist häufig eine Störung des Streckapparates über dem Mittelgelenk.

Die Schwanenhalsdeformität zeigt das umgekehrte Muster: Überstreckung im Mittelgelenk und Beugung im Endgelenk. Sie kann nach Verletzungen, bei chronischer Instabilität, rheumatischen Veränderungen oder nach Sehnenschäden entstehen.

Typische Beschwerden sind:

  • gestörtes Greifen
  • Schnappen oder Blockieren des Fingers
  • Kraftverlust
  • Schmerzen im Mittel- oder Endgelenk
  • kosmetisch störende Fehlstellung
  • zunehmende Funktionsstörung

Je nach Stadium kommen Schienenbehandlung, Handtherapie, Sehnenrekonstruktion, Sehnentransfer oder stabilisierende Eingriffe infrage.

Beschwerden im 1. Strecksehnenfach

Beschwerden im Bereich des 1. Strecksehnenfachs betreffen häufig die Sehnen des Daumens. Typisch sind Schmerzen am speichenseitigen Handgelenk, vor allem beim Greifen, Heben, Drehen oder beim Anheben eines Kindes.

Je nach Befund kann eine konservative Behandlung oder eine operative Spaltung des eingeengten Sehnenfachs sinnvoll sein.

Dieser Bereich sollte bei Daumen- und Handgelenksbeschwerden gezielt mitbeurteilt werden.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Nicht jede Sehnenerkrankung muss operiert werden. Eine Operation kann jedoch sinnvoll oder notwendig sein bei:

Die Entscheidung hängt vom Befund, der Dauer der Beschwerden, dem Funktionsverlust und den individuellen Anforderungen an die Hand ab.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung ist bei Sehnenoperationen besonders wichtig. Eine gut operierte Sehne braucht anschließend ein klares Behandlungskonzept, damit sie stabil heilt und gleichzeitig nicht unnötig verklebt. Nach motorischer Ersatzplastik oder Sehnentransfer muss die neue Funktion zudem trainiert und neu erlernt werden.

Je nach Eingriff können erforderlich sein:

  • spezielle Schienenbehandlung
  • kontrollierte Bewegungsübungen
  • Handtherapie
  • Wundkontrollen
  • Narbenbehandlung
  • Schutz vor Überlastung
  • schrittweise Belastungssteigerung
  • funktionelles Training

FAQ

häufige Fragen zur Sehnenchirurgie in Dresden

Was macht die Sehnenchirurgie?

Die Sehnenchirurgie behandelt Verletzungen, Einengungen, Verklebungen und Funktionsstörungen der Sehnen. An der Hand betrifft das vor allem Beugesehnen und Strecksehnen der Finger sowie Sehnen am Handgelenk.

Woran erkennt man eine Sehnenverletzung am Finger?

Ein Hinweis auf eine Sehnenverletzung ist, wenn ein Finger nach einer Verletzung nicht mehr aktiv gebeugt oder gestreckt werden kann. Auch Kraftverlust, Schmerzen, eine offene Wunde oder ein hängendes Fingerendglied können Zeichen einer Sehnenverletzung sein.

Was ist ein schnellender Finger?

Ein schnellender Finger entsteht, wenn die Beugesehne nicht mehr frei durch das Ringband gleitet. Der Finger kann schnappen, hängen bleiben oder schmerzhaft blockieren.

Was bedeutet Tenolyse?

Tenolyse bedeutet operative Lösung von Sehnenverklebungen. Sie kann sinnvoll sein, wenn eine Sehne nach Verletzung oder Operation zwar erhalten ist, aber nicht mehr ausreichend gleitet.

Was ist eine motorische Ersatzplastik?

Eine motorische Ersatzplastik ist ein Sehnentransfer. Eine funktionierende Sehne wird so umgeleitet, dass sie eine ausgefallene Bewegung ersetzt oder verbessert.

Was ist ein Indicis-Transfer?

Beim Indicis-Transfer wird eine Zeigefingerstrecksehne genutzt, um eine andere Funktion zu ersetzen, häufig die Streckung des Daumens.

Was ist ein FDS-IV-Transfer?

Beim FDS-IV-Transfer wird die oberflächliche Beugesehne des Ringfingers für eine funktionelle Rekonstruktion oder Stabilisierung verwendet.

Was ist eine Knopflochdeformität?

Eine Knopflochdeformität ist eine Fehlstellung mit Beugung im Fingermittelgelenk und Überstreckung im Fingerendgelenk.

Was ist eine Schwanenhalsdeformität?

Eine Schwanenhalsdeformität beschreibt eine Überstreckung im Fingermittelgelenk bei gleichzeitiger Beugung im Fingerendgelenk.

Ist Sehnenchirurgie ambulant möglich?

Viele Eingriffe an Sehnen der Hand können ambulant durchgeführt werden. Ob das im Einzelfall möglich ist, hängt von Befund, Begleitverletzungen, Narkoseform und Nachbehandlung ab.

Termin zur Sehnenchirurgie in Dresden

Sie haben Schmerzen, eine Bewegungseinschränkung oder den Verdacht auf eine Sehnenverletzung an Hand oder Finger?

In der Handchirurgie der Praxisklinik Villa Thormeyer in Dresden beraten wir Sie zur Behandlung von Sehnenverletzungen, schnellendem Finger, Beugesehnen- und Strecksehnenproblemen, Sehnentransfer, motorischer Ersatzplastik sowie komplexen Fingerdeformitäten.

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